Internationaler Tag der psychischen Gesundheit

Publiziert am

Ein oft verborgenes, aber präsentes Problem

Es besteht die Tendenz, vor allem über die körperliche Gesundheit zu sprechen und die psychische Gesundheit in den Hintergrund zu drängen und zu tabuisieren. Wenn sich jemand verletzt, geht man davon aus, dass dies passieren kann und nicht unbedingt etwas mit dem Individuum zu tun hat. Wenn aber jemand psychische Probleme hat, besteht die Tendenz zu denken, dass es ein Fehler der Person ist oder dass dieses Problem individuell vermeidbar ist. Dieser Trugschluss hindert die Betroffenen daran, sich zu öffnen, und blockiert so eine öffentliche Diskussion und einen Wandel im Umgang mit psychischen Problemen.

Doch psychische Probleme betreffen viel mehr Menschen als man denkt. Es könnte uns alle plötzlich treffen. Dies belegt folgende Zahl: Jeder zweite Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung (Quelle: Gesundheitsförderung Schweiz). Doch die Tabuisierung dieses Themas hält die Betroffenen davon ab, sich Hilfe zu suchen, was dazu führt, dass 50 % der Depressiven nicht behandelt werden (Quelle: WHO). Werden nur die Fälle von Depression und Angstzuständen berücksichtigt, so gehen den Unternehmen weltweit schätzungsweise 12 Milliarden Arbeitstage verloren, was einem Produktivitätsverlust von 1000 Milliarden Dollar entspricht (Quelle: WHO).

Spezialistinnen und Spezialisten, die beobachten, zuhören und sensibilisieren

Wer diese Zahlen liest, erkennt, dass die ASGS-Spezialistinnen und -Spezialisten eine wichtige Aufgabe haben. Aufgrund ihrer Beobachtungen sind sie in der Lage, das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden zu beurteilen und die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um deren Zufriedenheit nachhaltig zu sichern. Die Fähigkeit des Zuhörens ist ebenfalls eine sehr wichtige Kompetenz der ASGS-Spezialistinnen und -Spezialisten. Sie müssen nicht nur das kollektive Wohlbefinden der Teams beurteilen, sondern auch individuelle Probleme erkennen, was gutes Zuhören erfordert. ASGS-Spezialistinnen und -Spezialisten sind keine Psychologinnen und Psychologen, aber sie müssen in der Lage sein, potenzielle Probleme oder problematische Situationen zu erkennen, um dann kompetente Fachpersonen beizuziehen. Schliesslich ist auch der Dialog ein Schlüsselinstrument dieses Berufes. Die Rolle der Sensibilisierung für die psychische Gesundheit ist angesichts der Tabuisierung dieses Themas sehr wichtig.

Die Arbeit macht einen grossen Teil unseres Lebens aus, weshalb sie einen bedeutenden Einfluss auf unsere psychische Gesundheit hat, was sich wiederum auch aufs Privatleben auswirkt. Andererseits können sich psychische Herausforderungen ausserhalb der Arbeitszeit auf die Arbeit auswirken. In beiden Fällen ist die psychische Gesundheit entscheidend für die Arbeitswelt und wir müssen offen darüber sprechen lernen.

Quellen   
https://www.who.int/fr/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work
https://gesundheitsfoerderung.ch/unser-engagement/kampagnen/wie-gehts-dir